Tag 152-154 Kandy

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Abenteuerfahrt nach Kandy 08.06.2026

Das Tagesmotto heute ist „Hauptsache in Kandy ankommen“. Der Start ist noch gemütlich mit Frühstück in der Unterkunft, aber leider fällt uns der Deckel der Teekanne runter. Dieses Malheur kostet uns 2500 Sri-Lanka-Rupien (ca. 6,40€). Dann gehts mit einem Tuktuk zum Bahnhof Ella und von hier geht 9:50 Uhr der Zug Richtung Kandy. Die bekannteste Zugstrecke des Landes (Kandy-Ella) wurde aber 2025 zu großen Teilen von einem Zyklon zerstört, sodass wir nur bis Ambewela kommen.

Von da nehmen wir ein Taxi nach Nuwara Eliya. Eigentlich wollten wir einen Bus nehmen, aber dafür müssten wir über eine Stunde warten und hier in den Bergen ist es nass und kalt. Natürlich haben wir als Touris die Höhe und damit verbundene Kälte in Nuwara Eliya unterschätzt und sind kurzärmelig ohne Jacke unterwegs, während Einheimische in dicker Jacke und Mütze rumlaufen. Unsere Jacken sind aber gut verstaut weit unten im Rucksack und nicht so schnell zu finden. In Nuwara Eliya essen wir noch spätes Mittag, bevor wir den Bus nach Kandy nehmen. Die Fahrt ist langwierig und ungemütlich, aber dafür halt günstig. Von etwa 2.000m ü. NN fahren wir nur bergab, vorbei an unzähligen Teeplantagen und kommen nach fast vier Stunden in Kandy an. Wir gehen auf schnellstem Weg zum Hotel und stellen dort fest, dass die Klimaanlage im Zimmer auf 16 Grad C eingeschaltet ist. Nachdem wir im Bus die ganze Zeit gefroren haben, frieren wir jetzt hier im Zimmer weiter. Zum Abendessen gehen wir nur noch um die nächste Straßenecke, wo es lecker Ramen gibt.

Zahntempel und Buddhastatuen in Ella 09.06.2026

Wir starten spät in den Tag und gehen erst am späten Vormittag frühstücken. Danach schauen wir uns die Stadt an und bummeln durch die Gegend. Nachmittags besuchen wir den Sri Dalada Maligawa, einen buddhistischen Tempel, in welchem ein Zahn Buddhas angebetet werden kann. Am Eingang wimmeln wir noch einen Mann ab, der uns seine Dienste als Guide anbietet. Das Gelände ist weitläufig und beherbergt auch ein Museum zu lokaler Geschichte.

Direkt im Anschluss finden wir hinter der Tempelanlage etwas versteckt die Elefantenwaschanlage der königlichen Tusker (männl. Elefanten mit Stoßzähnen). Wir beobachten eine Weile, wie zwei Elefanten gewaschen werden.

Vor dem Abendessen gehen wir noch zu zwei weiteren buddhistischen Stätten. Die erste ist nur eine große Statue an einer Kreuzung, aber für die Zweite, schon ein richtiger Tempel, müssen wir einen steilen Hügel hinauf. Dafür haben wir hier eine schöne Aussicht auf die Stadt Kandy.

Wir genießen den Blick von oben auf Sri Lankas zweitgrößte Stadt. Während man im Stadtzentrum durch die tief schwarzen Abgase der vielen Busse läuft und dabei von allen Seiten gehupt wird, ist es hier oben etwas ruhiger und die Luft besser. Auf dem Weg zur Buddhastatue auf dem Berg laufen wir an vielen heruntergekommenen Häusern vorbei und sind mal wieder unglaublich dankbar, wie privilegiert wir sind und das hier nicht unsere Lebensrealität ist.

Botanischer Garten Kandy 10.06.2026

Am zweiten Tag in Kandy wollen wir den Botanischen Garten besuchen. Auf der Suche nach einem Bus dahin, müssen wir feststellen, dass auf Google Maps kein Verlass ist. Dafür helfen uns die Einheimischen und wir sind schnell in der richtigen Richtung unterwegs.
Im Botanischen Garten verbringen wir einige Stunden und schauen uns die Pflanzen (und auch einige Tiere an). Die Palmen- und Bambussammlung ist für uns besonders beeindruckend, wahrscheinlich weil man diese Gewächse so gar nicht von zu Hause kennt. Das Orchideenhaus dagegen ist recht dürftig. Wir entdecken auch einige Streifenhörnchen und Makaken.

Außerdem finden sich in den großen Bäumen viele Flughunde, die man hören und riechen kann. Da es zwischendurch auch immer mal regnet, buchen wir, in Pavillons geschützt, die nächsten Unterkünfte und spielen Farkle (ein Würfelspiel).

Nach dem Botanischen Garten wollten wir eigentlich zum Ambuluwawa Tower. Dieser ist aber doch ganz schön weit weg und da wir so lange in den Gärten waren, lohnt sich das nicht mehr. Deswegen fahren wir mit dem Bus wieder in die Innenstadt und schlendern noch ein wenig herum. Wir besuchen noch den lokalen Markt, dort werden wir sogar gefragt, wie wir den Markt finden. Schwierige Frage, denn wie soll man als Deutscher einen Markt finden, auf dem frischer Fisch und Fleisch ohne Kühlung seit Stunden angeboten wird und bereits tausende Fliegen umherschwirren? Was für die Einheimischen ganz normal ist, ist für uns einfach nur eklig und auch die Tatsache, dass wir überall angequatscht werden, die Verkäufer uns ihre Waren ins Gesicht halten und wir oft bedrängt, um etwas zu kaufen, macht es uns schwer uns hier wohl zu fühlen.

Das Restaurant zum Abendessen ist versteckt in einem Hinterhof in der dritten Etage, aber das Essen ist lecker und nicht zu teuer (und wir sind wieder mal die einzigen Gäste). Außerdem hilft uns der Kellner für morgen sehr weiter. Er erklärt uns wo in Kandy welche Busse abfahren und zu welcher Zeit wir einen erwischen können, der direkt in die Stadt fährt, wo wir als nächstes hinwollen. Auch für die weiteren Strecken wissen wir schon die Busnummern, mit denen wir fahren können. Wahrlich ein Glücksfall.

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